Georg Baselitz
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Dreißig Jahre nach Modell für eine Skulptur (1979-80) vollendete Baselitz die monumentale Skulptur Dunklung Nachtung Amung Ding (2009). Die sitzende Figur trägt eine weiße Mütze, die Baselitz' Ateliermütze aus dieser Zeit ähnelt, die der Künstler u.a. in einer früheren Skulptur mit dem Titel Meine neue Mütze (2003) erstmals verwendet hat. Angepasst, um möglicherweise dem Stil der Pimpf-Mütze mit verkürzter Krempe aus Kriegszeiten zu ähneln fügte Baselitz der Mütze dann die gemalte Aufschrift ZERO hinzu, die sowohl den Ausgangspunkt für die Inspiration als auch einen Verweis auf die Stunde Null (Mitternacht am 8. Mai 1945) darstellt. Die massige Figur spiegelt Rodins Der Denker (1904) in ihrer Gesamtform wider, nicht aber in der präzisen Ausführung. Die blauen Farbspritzer und Unregelmäßigkeiten, die möglicherweise einen Moment der Kontemplation unterbrechen, verweisen auf die wesentlich ältere skulpturale Tradition des „Christus in der Rast", die vor allem in der osteuropäischen Volkskunst (z. B. in Polen als „Chrystus Frasobliwy") noch immer beliebt ist. Die Maserung des Zedernholzes ist markant und wirkt wie eine zusätzliche visuelle Ebene, sowohl in den herausgearbeiteten rauen und gezackten Kanten als auch in den dem Material eigenen Rissen.