WELTKUNST

AUSSTELLUNGEN: Lydia Okumura
November 1, 2022

Betrachtet man »Labyrinth« von 1984 (o.) aus der Ferne, lässt sich zunächst gar nicht zweifelsfrei feststellen, was man vor sich hat: Skulptur? Malerei? Einen Farbnebel? Diese Verwirrung ist typisch für die 1948 in São Paulo geborene Künstlerin Lydia Okumura, die nicht nur bei diesem einst zerstörten und dann 2017 neu geschaffenen Werk die Grenze zwischen Zweidimensionalität und Dreidimensionalität verschwimmen lässt: In anderen Arbeiten verlängert sie zarte Grafitlinienzeichnungen oder geometrische Farbflächen durch aufgespannte Garnfäden in den Raum hinein. So mischt sie auf lässige Art den brasilianischen Neoconcretismo mit der minimalistischen Skulptur eines Fred Sandback. Sehr sehenswert!