Photo: Franziska Lenferink
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Markus Lüpertz
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Das Kunstmuseum Schloss Derneburg freut sich, die dauerhafte Installation eines fast vier Meter hohen Buntglasfensters des renommierten Künstlers Markus Lüpertz in der historischen Eingangshalle des Schlosses bekanntgeben zu dürfen. Lüpertz' Entwurf würdigt das künstlerische Erbe von Schloss Derneburg, vormals Wohn- und Arbeitsort seines Freundes Georg Baselitz, und greift zugleich das historische Erbe des Gebäudes als ehemaliges Kloster auf. Diese einzigartige, ortsspezifische Installation ist Lüpertz' erste museale Auftragsarbeit aus Glas, die öffentlich zugänglich ist. Sie ist eine Hommage an die Landschaft und die historischen Monumente der Gemeinde Holle.
In seiner Bildsprache verfolgt Lüpertz einen interdisziplinären Ansatz. Dabei schöpft er nicht nur aus der modernen Kunstgeschichte, sondern auch aus der Antike, der Literatur und Poesie sowie der Musik und dem Theater. Im Katholizismus aufgewachsen, führte ihn sein frühes Kunststudium in Krefeld und Düsseldorf (1956-61) zu architektonischen Räumen, in denen durch Lichteinfall verwandelte Glasmalereien einzigartige spirituelle Begegnungen ermöglichten. Der Auftrag für die Arbeit in Derneburg verbindet Lüpertz' vielfältigen Einflüsse zu einer Komposition, die zugleich eine Hommage an das umgebende Dorf darstellt. Die im klassischen mittelalterlichen Stil mit Bleirahmung gefertigte, mundgeblasene Bleiverglasung besteht aus 25 einzelnen Feldern und verbindet die historische Vergangenheit von Schloss Derneburg mit seiner heutigen Bestimmung als zeitgenössisches Kunstmuseum.
Bei seiner Beschreibung dieser ortsspezifischen Installation erklärte Lüpertz:
Schloss Derneburg war für mich immer ein ganz besonderer Ort. Nachdem Georg Baselitz es gekauft hatte, war ich sehr häufig dort und hatte zeitweise sogar eine eigene Wohnung im Schloss. Wir haben dort gemeinsam gemalt und viele wunderschöne Abende verbracht. Auch die Landschaft rund um Derneburg hat mich sehr beeindruckt.… Das Glasfenster verstehe ich als Hommage an Schloss Derneburg, an seine besondere Geschichte und natürlich auch an die Zeit, in der Georg dort gelebt und gearbeitet hat. Zugleich bezieht es sich auf die heutige Bedeutung des Schlosses als Ort für Malerei und Bildhauerei. Heute wird dort mit großem Engagement eine Kulturstätte von internationalem Rang aufgebaut. Dass sich Andy und Christine dazu entschlossen haben, gerade an diesem abgelegenen Ort ein bedeutendes Zentrum für Kunst und Kultur zu schaffen, ist für die gesamte Region ein großer Gewinn… - Markus Lüpertz, August 2026
In der Mitte des Fensters halten die griechische Göttin Athene und der Gott Hephaistos jeweils Werkzeuge der Kunst in den Händen, während die Blumen zu ihren Füßen an die ehemaligen Nelkenbeete in Derneburg erinnern. Die Anordnung von drei Karpfen, die noch heute in den Teichen gezüchtet werden, die von den Zisterziensermönchen im Innerstetal neben dem Schloss angelegt wurden, verweist zugleich auf die Heilige Dreifaltigkeit. Neben Bildmotiven wie der Totenschädel und einer schwarzen Krähe, die in seinem Werk wiederholt vorkommen, integriert Lüpertz äußerst detailgetreu lokale Orte wie das Mausoleum, das Schloss und die Teiche, die zu beiden Seiten des Laves-Pfads liegen. Eine mittelalterliche Rüstung, die eine von einer Schlange umschlungene Lanze hält, symbolisiert die Vergangenheit des Gebäudes als Militärkrankenhaus, zunächst für die Deutschen, später für die Engländer, und nimmt zugleich Bezug auf die Ritter, die auf den von der Grafenfamilie zu Münster in Auftrag gegebenen Buntglasfenstern im angrenzenden Rittersaal abgebildet sind. Ganz oben in der Bildkomposition, unter einem Regenbogen, sind zwei in Weiß gekleidete, in die Ferne blickende Figuren zu sehen, deren Bedeutung nicht eindeutig ist. Möglicherweise verweisen sie auf die Besitzer des Schlosses der letzten hundert Jahre. Vervollständigt wird das Werk durch vier farbenfrohe Ziertafeln, die in die Balkontüren eingelassen sind. Sie erinnern an Lüpertz' Hingabe zur Abstraktion ebenso wie zur Figuration und verweisen auf die Nachkriegsdebatte, die seine Künstlergeneration kritisch prägte.
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