Angela Bulloch
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Die in Kanada geborene Künstlerin Angela Bulloch (geb. 1966) studierte in London und gehört seit ihrem Abschluss am Goldsmiths College im Jahr 1988 zur Gruppe der Young British Artists (YBA). Mit ihrem Interesse an medienübergreifender Arbeit schafft Bulloch Werke, die die Beziehung zwischen dem realen und dem virtuellen Raum, in dem ihre Skulpturen entstehen, erkunden. Die heute in Berlin lebende Künstlerin ist bekannt für ihre farbenfrohen Werke, die Mathematik und Ästhetik miteinander verbinden und das Publikum zur Interaktion auffordern.
Heavy Metal Stack of Six: Trichrome Blue (2016) besteht aus sechs vertikal gestapelten, in Blautönen lackierten Rhomben und gehört zu einer Reihe von säulenartigen Skulpturen, die Bullochs Strategie veranschaulichen, einen minimalistischen Ansatz für Wissenschaft und Mathematik mit einem maximalistischen Ausdruck zu verbinden (Sculpture Milwaukee, 2019). Um diese pulverbeschichteten Stahloberflächen zu schaffen, verwendet Bulloch zuerst digitale Bildbearbeitung.
Zunächst konzipiere ich sie im virtuell realen Raum eines Computers mit Hilfe von 3D-Zeichenprogrammen. Es ist einfach, mit Formen in einem solchen Raum herumzuspielen, bis man versucht, sie tatsächlich herzustellen... [dann] werden die einfachen 3D-Zeichnungen in technische Dateien umgewandelt, die sehr präzise und selbsttragend sein müssen. Die Skulpturen müssen schließlich in der realen Welt unter den Bedingungen der Schwerkraft stehen, daher müssen die Zeichnungen an diesem Punkt oft angepasst werden - eine Art Realitätscheck. Dann wird das Material zugeschnitten und zusammengepuzzelt, die Oberflächen werden auf viele verschiedene Arten behandelt, die Grundplatte (die Art der Befestigung am Boden) wird in Betracht gezogen und entsprechend der Umgebung, in der sie letztendlich stehen wird, ausgewählt.
- Angela Bulloch in einem Interview mit Experiment Station, 2018
Dank der digitalen Bildbearbeitung erscheint jede Raute einzigartig und gleichzeitig mit den anderen Säulen verbunden, wobei die hellen und dunklen Farben die optische Illusion von sich verschiebenden Ebenen erzeugen. Bullochs Arbeiten befassen sich mit den Mustern, Regeln und Systemen, die unser Leben ordnen, und damit, wie Fehler oder Anomalien den Betrachtenden sofort auffallen. Wenn die Betrachter:innen um die Säule herumgehen, verändert sich das Erscheinungsbild der Skulptur: Eine Perspektive hebt Unregelmäßigkeiten hervor, während eine andere ein regelmäßigeres totemistisches Werk zeigt. Mit diesen Details im Hinterkopf schafft Bulloch jedes Werk mit der Absicht, die Interpretation ganz dem Betrachter zu überlassen.
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