Carmen Herrera
Die in Kuba geborene Künstlerin Carmen Herrera begann nach einer Arbeitsphase in Paris in den 1940er Jahren, einen puristischen und minimalistischen Ansatz in ihrer Malerei zu verfolgen. Herreras Diptychon Portal (2014) besteht aus einem kronenförmigen, schwarzen Raum, der von einem gelben Feld umgeben ist und an einen symmetrisch gespiegelten Eingangsbereich erinnert. Mit einer Höhe von über zwei Metern entspricht die körperliche Beziehung der Betrachtenden zum Gemälde umso mehr dem Titel des Bildes. Herrera bemalt die Seitenränder ihrer Leinwände, um die Farben auf der Bildfläche zu erweitern, und behandelt das Gemälde wie ein skulpturales Objekt. Ihre Erfahrungen aus ihrem Leben in Havanna, Paris und New York führten zu einem einzigartigen minimalistischen Ansatz der geometrischen Abstraktion mit klaren Linien, der das kunsthistorische Erbe Lateinamerikas mit dem europäischen Konstruktivismus und der Konkreten Kunst verbindet, die durch den Schweizer Künstler Max Bill populär wurde. Herrera erklärte 2012 in einer Stellungnahme: „Ich bin auf der Suche nach den einfachsten bildlichen Lösungen."[1]